Die WM 2005 - ein Wintermärchen

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Der Weg zur Ski-WM

Projektsteuerer legt Gemeinderat Zeitplan für die Umsetzung des Bauprogramms vor. Schanzen und Loipen sollen ein Jahr vor den Titelkämpfen fertig werden. Dafür müssen die Sportanlagen 2019 umgebaut werden.

WM-Langlauf Arena

Im Jahr 2021 steigt in Oberstdorf die Nordische Ski-WM. Ein Fernziel, für das die Spitzensportler aus der Region hart trainieren werden. Auch die Gemeinde hat jetzt einen Zeitplan für die Vorbereitung auf das Großereignis, der jetzt vom Projektsteuerer vorgestellt wurde. In diesem Rahmen soll das Bauprogramm umgesetzt werden. Rechtzeitig zu den Probewettkämpfen ein Jahr vor der WM sollen die Sportstätten weitgehend fertig sein. 2020 sind nur noch Restarbeiten geplant.

Fest steht schon jetzt: die Zeit wird knapp. „Wir müssen uns ziemlich beeilen. Der Terminplan ist sportlich, wie das gesamte Projekt “, sagte Christina Dohmann, die Projektleiterin für die Nordische Ski-WM bei „Drees & Sommer“. Das Münchner Beratungsunternehmen begleitet die Gemeinde Oberstdorf seit zwei Monaten bei der Organisation, Terminplänen, Verträgen, Genehmigungen und Qualitätsmanagement.

Die Berater sind keine Unbekannten in Oberstdorf. Sie begleiteten die Kommune bereits vor der Ski-WM 2005 und beim Projektmanagement für das Oberstdorf-Haus. Das Honorar des Projektsteuerers soll bei rund 600000 Euro liegen, orientiert sich aber an den tatsächlichen Baukosten. Orientiert haben die Projektsteuerer ihr Vorgehen eng an dem Beschluss, den der Gemeinderat Mitte April gefasst hat. „Der Beschluss ist unsere Agenda“, sagte Dohmann. So sollen Einspar- und Optimierungspotentiale erarbeitet werden, um den Kostenrahmen von 30 Millionen Euro und den Eigenanteil der Gemeinde von vier Millionen Euro nicht zu überschreiten. Zudem werden Vorschläge zur Priorisierung erarbeitet und die Folgekosten für die Gemeinde betrachtet. Die Projektsteuerer wollen dem Gemeinderat bis zur Sitzung Anfang Juni eine Vorplanung mit Kostenschätzung und Einsparvorschlägen als Entscheidungsgrundlage geben. Auch mögliche „Exit-Szenarien“ und Förderkulissen sollen dargestellt werden.

Aus dem Gemeinderat gab es kritische Fragen: Wie der Kostenrahmen eingehalten werden soll, wollte Christian Raps (FW) wissen. „Wir werden immer Vorschläge machen, wie sie auf die Kosten kommen“, entgegnete Dohmann. Ratsmitglied Siegmund Rohrmoser (Grüne) forderte: Wir sollten im Juni eine Kostenberechnung vorliegen haben, nicht nur eine Schätzung. Es ist nicht in Ordnung, dass wir einen Förderantrag stellen müssen, bevor wir wissen, was es kostet.“ Anton Weiler (UOL) wünschte sich mehr Informationen. „Wichtig ist, dass der Gemeinderat immer wieder informiert wird.“

Umfangreiche Baugrunduntersuchungen in Skisprung- und Langlaufstadion sind für den geplanten Umbau notwendig. Der Oberstdorfer Gemeinderat vergab in der Sitzung für 163000 Euro den Auftrag für feldtechnische Analysen. Es sollen Bohrungen durchgeführt, Bodenproben genommen und in einem Gutachten bewertet werden.

Der Terminplan

*Derzeit läuft die Vorplanung und die Ermittlung der Kosten für den Umbau von Skisprung- und Langlaufstadion vor der Ski-WM 2021.
*Ergebnisse und Sparvorschläge sollen am 7. Juni dem Oberstdorfer Gemeinderat präsentiert werden, der dann entscheidet, was gebaut werden soll.
*Am 5. Juli will die Gemeinde dann den Förderantrag bei den Zuschussgebern Bund und Land einreichen. Danach folgt die Genehmigungs- und Entwurfsplanung.
*Der Gemeinderat soll am 2. August die Planung für das Gesamtprojekt endgültig freigeben. Dann sollen die Arbeiten ausgeschrieben und, Vorabmaßnahmen vergeben werden, die noch 2018 umgesetzt werden.
*Im Jahr 2019 sollen Schanzen und Loipen umgebaut werden, damit die neuen Anlagen rechtzeitig zur Vierschanzentournee Ende 2019 und Tour de Ski Anfang 2020 fertig sind.
*Im Jahr 2020 sollen dann noch Rest- und Verbesserungsarbeiten umgesetzt werden.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 26.04.2018