Die WM 2005 - ein Wintermärchen

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Johannes Rydzek bucht Olympia Ticket

Oberstdorfer gewinnt erstes Rennen und landet vor Eric Frenzel

Johannes Rydzek mit seinen mittlerweile sechs Goldmedaillen

Zum Jubeln fehlte der Atem, ein kurzes Abklatschen mit dem Teamkollegen musste reichen: Johannes Rydzek hat als erster nordischer Skisportler in diesem Winter gewonnen und sein Olympia-Ticket gebucht. In Ruuka schaffte der Vierfach-Weltmeister von Lahti im dritten Anlauf den Erfolg, nachdem er zum Weltcup-Auftakt als 19. ins Ziel gekommen war und tags darauf hinter dem Japaner Akito Watabe und Eero Hirvonen aus Finnland Platz drei belegt hatte. In seinem Sog steigerte sich auch Olympiasieger Eric Frenzel enorm: Er belegte nach einer ganz starken Aufholjagd Platz zwei. „Jetzt bin ich happy“, sagte der erleichterte Rekord-Weltmeister Rydzek nach seinem Sieglauf. Ausschlaggebend waren seine läuferischen Fähigkeiten und sein gewachsenes taktisches Geschick.

„Die Jungs haben ihre läuferischen Qualitäten, die sie sich in hartem Training erarbeitet haben, in die Waagschale geworfen. Und sie haben in der Renntaktik alles richtig gemacht“, lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Er lobte vor allem Frenzel. Der fünfmalige Gesamtweltcup-Gewinner, der zum nach einem vom Wind verwehten Sprung den Wettbewerb aufgegeben und auch am Samstag nur Platz zwölf belegt hatte, stürmte vom 15. Rang nach dem Springen und 1:27 Minuten Rückstand auf die Spitze los und hatte nach 7,5 Kilometern den Anschluss geschafft. „Mir kam zugute, dass vorn das Tempo gedrosselt wurde, so konnte ich mich etwas erholen und dann am letzten Anstieg noch mal attackieren“, erzählte der Oberwiesenthaler.

Der starke Abschluss in Kuusamo übertüncht aber ein wenig die Probleme der deutschen Kombinierer auf der Schanze. „Da haben wir noch ganz viel Luft nach oben“, meinte Frenzel. Sprungtrainer Ronny Ackermann präzisierte: „Uns fehlt noch das Selbstvertrauen und die Stabilität im Flug.“ Man sei im Gegensatz zu vielen Kontrahenten zu wacklig während der Luftfahrt, die Ski blieben nicht in einer Position zum Körper. Beleg dafür war das Scheitern von Fabian Rießle in der Sprung-Qualifikation am Sonntag nach einem Fehler beim Absprung. Auffällig beim Saison-Auftakt: Die Spitze ist massiv zusammengerückt. Mit Espen Andersen aus Norwegen und dem Finnen Eero Hirvonen schafften zwei Athleten erstmals den Sprung aufs Siegerpodest. (dpa)